Der Emsradweg

Die Ems ist mit knapp 400 km einer der größten Flüsse Norddeutschlands. Sie entspringt an der Senne bei Paderborn und durchfließt anschließend die münsterländischen Parklandschaften und das niedersächsische Emsland. Im ostfriesischen Emden mündet sie über den Dollart schließlich in der Nordsee.

Vorbemerkungen

Der Emsradweg ist ein „leichter“ Radweg. Hat er doch mehr oder weniger keine besonderen Steigungen. Mit knapp 400 km ist er sicherlich in einer Woche gut zu schaffen. Wenn man allerdings wie wir noch die Stadt Münster mit einplant, sich in Papenburg die Meyer-Werft anschauen will und auch noch etwas mehr von der ostfriesischen Nordseeküste mitnehmen möchte, sollte man doch schon 10 Tage einplanen. So sind es bei uns schon insgesamt 500 km Strecke geworden.

Tafel an den Emsquellen zum Flusslauf der Ems

Hier die von mir aufgezeichneten Tracks dieser Tour im (noch vorhandenen) GPSies-Portal:
GPS-Tracks Emsradweg

1. Etappe: Paderborn – Rietberg

Wenn man in den Emsradweg einsteigen will, eignet sich als Startpunkt ganz gut Paderborn wegen des relativ guten Bahnanschlusses. Außerdem bietet der Altstadtkern mit dem Domplatz einiges an Sehenswürdigkeiten.

Domplatz in Paderborn

Über die Pader-Auen geht es auf gut ausgebauten Wegen nach Schloss Neuhaus, wo man zur nächsten Sehenswürdigkeit kommt. In dem Schloss ist jetzt ein Gymnasium. Der Schlossgarten wurde neu gestaltet.

Schloss Neuhaus bei Paderboirn

Man hat jetzt verschiedene Möglichkeiten, nach Hövelhoft, dem größeren Ort in der Nähe der Emsquellen zu gelangen. Ein möglicher Weg fernab von den Verkehrsstraßen führt vorbei am Campingplatz Lippesee bis Sande. Von dort rechts ab über Wirtschaftswege bis Hövelhof und vom Zentrum auf der Sennestraße Richtung Autobahn. Direkt hinter der Autobahn links ab ist der Weg zu den Emsquellen ausgeschildert, und nach knapp 3 km erreicht man mitten im Sennewald das Informationszentrum Emsquellen.

Am Startpunkt des Emsradweges am Infozentrum Emsquellen

In dem Gebäude wird der Radwanderer schon auf die Landschaften und Besonderheiten vorbereitet, die ihn in den nächsten Tagen erwarten.

Im Informationszentrum an den Emsquellen

Man muss dann noch 800 Meter bis zu dem eigentlichen Quellgebiet vorbei an der Koppel der Sennepferde weiterfahren, das eigentlich direkt an der Panzerringstraße des ehemaligen britischen Truppenübungplatzes Senne liegt. Auf Holztreppen und Stiegen kann man trockenen Fußes bis an die Quellrinnsale der Ems gelangen, wo sich Anfang Mai die Natur im frischen Grün zeigt.

Auf ausgebauten Stegen trockenen Fußes im Emsquellgebiet
Die Ems – hier noch ein Rinnsal

Die Strecke zurück nach Hövelhof kann man abkürzen, indem man auf der
Straße mit der Beschilderung „Steinweg“ über die Autobahn fährt. Man kommt dann über die Bielefelder Straße in das nördliche Industriegebiet von Hövelhof und dort wieder auf den ausgeschilderten Emsradweg.

Die junge Ems im sandigen Flussbett

Der führt nun auf Wirtschaftswegen rechts- und linksseits der jungen Ems, die sich hier noch durch sandige Böden schlingelt, zum NSG Steinhorster Becken.

Am Steinhorster Becken

Schließlich erreicht man auf ähnlichen Wegen das Tagesziel Rietberg. Hier wird man, wenn man der Beschilderung folgt, auf direktem Wege gleich an den Teichen vorbei zum ehemaligen Gartenschaugelände geleitet, bevor man in die historische Innenstadt mit vielen schönen restaurierten Fachwerkhäusern kommt.

Rietberger Rathaus im Abendlicht
Historische Fachwerkhäuser in Rietberg

Damit hat man – vom Zentrum Paderborn aus gerechnet – für die erste Tagesetappe 57 Kilometer absolviert. Hier der Link zum aufgezeichneten Track der ersten Tagesetappe:
https://www.gpsies.com/map.do?fileId=naxttzmwcumnqejj

2. Etappe: Rietberg – Warendorf

Nach einer Rundtour durch den historischen Stadtkern im Morgenlicht und der Suche nach Fotomotiven geht es weiter in nordwestliche Richtung. Dabei kommt man am Ortsausgang am Bibeldorf Rietberg vorbei und fährt auf gut ausgebauten Wegen entlang der Ems.

Natur pur: NSG Emssee hinter Rietberg

Hinter dem Emssee kreuzt man mal wieder den Fluss, der jetzt schon etwas größer geworden ist, entlang eines Radweges neben der Kreisstraße. Dieser Wechsel wiederholt sich des öfteren. Ziemlich bald ist Wiedenbrück erreicht. Hier findet man einen kleinen Altstadtkern mit imposanter Kirche vor und kommt dann an der Ems zum Flora Westfalica Park, ebenfalls ein „Überbleibsel“ einer früheren Gartenschau.

Am Park Flora Westfalica in Wiedenbrück

Diese Parkanlage zieht sich hin bis nach Rheda, wobei man auch die vielbefahrene Autobahn A2 unterkreuzt, was man aber kaum mitbekommt. Die Schlossanlage von Rheda ist ebenfalls mit in den Landschaftspark einbezogen. Alles toll gepflegt und gut mit dem Fahrrad zu erkunden.

Historische Wassermühle am Schloss Rheda

Man verlässt Rheda entlang der Ems in nördliche Richtung, wobei auch die Haupteisenbahnstrecke Hannover – Ruhrgebiet unterkreuzt wird. Nach einer erneuten Doppelquerung der Ems kommt man schließlich zur Klosteranlage Marienfeld, die heute ein renommiertes Tagungs-, Wellness- und Sporthotel ist, in dem auch Trainingslager bekannter Fußballmannschaften stattfinden.

Hotel Klosterpforte Marienfeld

Weiter geht es in die Mähdrescherstadt Harsewinkel. Die Landmaschinenfirma Claas ist hier regional ein großer Arbeitgeber. Hier vereinigt sich der Emsradweg mit dem Europa-Fernradweg R1 (bzw. Deutschlandroute D3) auf der Strecke nach Warendorf. Der Ort wird über das NSG „Westliche Emsauen Warendorf“ erreicht. Direkt nördlich des Ortszentrums gibt es einen aufgestauten Emssee. Warendorf ist bekanntlich das Zentrum der Reiterei in Westfalen.

Pferdestadt Warendorf

Die 2. Etappe ist somit beendet. Die Streckenlänge betrug diesmal 64 km. Hier wieder die Trackaufzeichnung:
https://www.gpsies.com/map.do?fileId=whxtyuahjxjfyjou

3. Etappe: Warendorf – Münster

Da die Etappe relativ kurz ist, kann man sich am nächsten Morgen noch etwas Zeit nehmen um sich den historischen Stadtkern anzuschauen und einen Blick in das NRW Landgestüt zu werfen. Der gut erhaltene Marktplatz und die Häuser drum herum sind schön anzuschauen.

Marktplatz in Warendorf

Die Fußgängerzone hat im Gegensatz zu vielen anderen Städten dieser Größe in der heutigen Zeit kaum leerstehende Geschäfte. Das Gelände des NRW Landgestüts an der Sassenberger Straße ist frei zugänglich, sogar ein Blick in die Pferdeställe und auf den Turnierplatz ist möglich.

NRW Landgestüt Warendorf

Über den Wohnmobilstellplatz am Lohwall geht es an der Ems weiter Richtung Teltge. Die Ems ist auf diesem Stück zu einem Kanal begradigt. Am Campingplatz an den Kottruper Seen verlässt man den Uferweg und es geht weiter auf Wirtschaftswegen bis Müssingen. Zwischen den Orten Müssingen und Einen mal wieder eine Querung auf die nördliche Emsseite. Kurz vor Teltge führt der Weg nach einer Brückenquerung der B64 wieder an die Emsaue heran. Hier sind einige Infotafeln zu den Hochwassern und zur Emsbegradigung im letzten Jahrhundert sowie Pfähle mit Hochwassermarkierungen zu finden.

Hochwassermarken in der Telgter Emsaue

An der Emsbrücke der Straße Emstor ist man am Rand des Altstadtkerns von Telgte angekommen. Die barocke Wallfahrtskapelle mit dem Bild der „Schmerzhaften Mutter“ ist Ziel der großen Wallfahrt von Osnabrück nach Telgte, die jeweils am zweiten Wochenende nach Peter und Paul (29. Juni) stattfindet. Der historische Marktplatz im Herzen der Altstadt lädt zu einer gemütlichen Pause ein.

Wallfahrtskapelle in Teltge

Hier verlassen wir den Emsradweg und fahren auf der Friedensroute weiter auf der Straße Münstertor Richtung Münster. Nach dem St. Rochus Krankenhaus kommen wir in der Feldmark wieder auf den R1/D3-Radweg und erreichen bald die Pleistermühle an der Werse, wo nebenan ein großes Gasthaus ist. Dort gibt es auch einen Kanuverleih.

Die Pleistermühle an der Werse kurz vor Münster

Über den Vorort St. Mauritz sind wir schnell in Münster angekommen, wo auf der Promenade reger Fahrradverkehr herrscht. Unser Hotel liegt ganz zentral in der Aegiistraße. Damit ist nach knapp 37 km auch die 3. Etappe zu Ende:
https://www.gpsies.com/map.do?fileId=yqiqmblwnulwekon

4. Etappe: Münster – Emsdetten

Sowohl am Abend der 3. Etappe als auch am nächsten Morgen blieb genug Zeit für einen ausführliche Stadterkundung in Münster. Da uns die Stadt aus früheren Besuchen bekannt ist, finden wir schnell die Sehens-würdigkeiten der Stadt für unsere Fotos.

Wir verlassen Münster auf der Promenade, fahren parallel zur Bahnstrecke in nordöstlicher Richtung und kommen an der Schleuse direkt an den Dortmund-Ems-Kanal, der uns bis kurz vor Gelmer begleitet. Hier fahren wir vorbei am NSG Rieselfelder in Richtung Gittrup, wo wir wieder auf den eigentlichen Emsradweg kommen.

Dorfplatz von Gimbte

Über das schöne Dorf Gimbte und die sandige Kiebitzheide kommen wir nach Greven. Diesen Ort haben wir uns nicht näher angeschaut. Hinter Greven kommt nochmal ein hügeliger und sandiger Geest-Abschnitt, die „Wentruper Berge“. Dann ist es nicht mehr weit zum Sachsenhof bei Pentrup. Hier wurde liebevoll die Besiedlung des Gebietes im frühen Mittelalter (6. – 8. Jh. n. Chr.) nachgebildet, weil hier in der Nähe eines Sandabbaugebietes in den 70-iger Jahren Spuren einer frühen Besiedlung gefunden wurden.

Sachsenhof bei Greven-Pentrup

Der Heimatverein Greven von 1983 hat nach Ende der Ausgrabungen das Dorf weiter entwickelt. Experimentelle archäologische Versuche wie z. B. zur Ton- und Eisenherstellung werden hier an Aktionstagen vorgestellt. Ebenso findet man auf dem Gelände Kulturpflanzen des frühen Mittelalters. Nach kurzer Weiterfahrt sind wird bereits in Emsdetten-Hembergen – unserem heutigen Tagesziel – gekommen. Da es noch reichlich früh am Nachmittag ist, können wir noch die Runde durch das NSG Emsaue zwischen Saerbeck und Emsdetten machen.

Hier findet man noch ein ursprüngliches Flussauengebiet vor. Die Wege sind teilweise ursprünglich, d. h. manchmal auch recht sandig. Direkt bei Emsdetten sind die Wege aber gut ausgebaut und mit vielen Erläuterungen und Hinweisen versehen. Der Rückweg nach Hembergen erfolgt direkt über den Radweg entlang der Landstraße. Gerade rechtzeitig vor dem großen Regen kommen wir nach 52 km im Hotel an:
https://www.gpsies.com/map.do?fileId=gdjdazdoiagndaho

5. Etappe: Emsdetten – Lingen

Am nächsten Morgen zeigte sich das Wetter wieder von der besseren Seite, Auf direktem Wege entlang der Landstraße ging es nach Emsdetten und dort nochmals durch die Emsauen.

Fußgänger- und Radfahrerbrücke hinter Emsdetten

Hinter Emsdetten überquert man eine Rad- und Fußgängerbrücke, bevor ein weiteres Auengebiet kommt. Nach einem Abschnitt auf der L590 führt der Radweg parallel zur Ems auf etwas sandigen Wegen durch das NSG Elter Dünen und durch eine Ferienhaussiedlung zur Bockholter Emsfähre, die aber heutzutage nur noch touristische Bedeutung hat. Hier befindet sich auch ein Gasthaus.

Nur am Wochenende und im Sommer in Betrieb: Die Bockholter Fähre für Radtouristen

Nachdem man dann den Ort Elte erreicht hat, führt der Weg entlang der L593 nach Gellendorf, einem Vorort von Rheine. Auf einem Weg entlang der Bahnstrecke überquert man die Ems und fährt dann am Emsufer, wobei diverse Sportstätten passiert werden, in die Stadtzentrum von Rheine – in unserem Fall passend zur Mittagspause.

Fußgängerbrücke über die Ems in Rheine

Man fährt weiter am Emsufer und kommt auf dem Bentlager Weg zum Kloster Bentlage, heute im Besitz der Stadt Rheine und ein „kultureller Begegnungsort“ mit Gästezimmern. Nicht weit davon entfernt die Saline Gottesgabe, die von einem Förderverein erhalten wird.

Saline Gottesgabe in der Nähe von Kloster Bentlage

Kurz danach haben wir auf dem Weg nach Salzbergen Nordrhein-Westfalen verlassen und befinden uns nun im Emsland. Entlang der mäandernden Ems geht es Richtung Emsbüren. Ohne den Ort zu passieren, wird die Ems auf der L58 überquert.

Man verlässt die Landstraße bei Helschen und fährt an einem Waldstück parallel zur Ems Richtung Schleuse Gleesen, wo der Dortmund-Ems-Kanal ein Stück mit der Ems eine Wasserstraße bildet. Man kommt dann ziemlich schnell zum stillgelegten Atomkraftwerk Lingen und schließlich entlang des Kanalsystems der Ems in den Stadtkern von Lingen, wo sich unser Hotel etwas außerhalb in der Lindenstraße befand. Abends ging es zur Stadtbesichtigung und zum Essen ins Zentrum.

Historisches Rathaus und Gasthaus Alte Posthalterei (rechts) am Lingener Marktplatz

Hier der Track der 5. Etappe, die mit knapp 68 km recht lang war:
https://www.gpsies.com/map.do?fileId=mgrqfadnikhagqib

6. Etappe: Lingen – Haren

Der weitere Verlauf des Radweges war von unserem Hotel einfach zu finden. Nach dem Wasser- und Schifffahrtsamt in der Kollwitzstraße ging es am westseitigen Emsufer vorbei am Linus-Bad und diversen Sportanlagen aus der Stadt heraus. Auf kleinen Wirtschaftswegen vorbei an kleineren Ortschaften erreicht man schließlich den Geeste-Speichersee. Der hohe Damm hebt sich markant von dem flachen Umland ab. Hefiger Gegenwind kam uns auf dem Dammweg auf der östlichen Seeseite entgegen.

Am Speicherbecken bei Geeste

Das kühle und ungemütliche Wetter trug sicherlich dazu bei, dass keine Freizeitaktivitäten sowohl am Surfufer, Badeufer und auch im Segelclub zu beobachten waren, auch wenn das Wochenende an diesem Freitagmorgen unmittelbar bevorstand. Der Weg nach Meppen verlief auf Wirtschaftswegen an der L48 entlang der Emsschleifen und war unspektakulär. Die Stadt wurde gegen Mittag erreicht.

Historische Rathausfassade von Meppen

Beim Stadtrundgang zur Mittagspause fiel das historische Rathaus mit seiner Stufengiebelfassade ins Auge. Die Ausfahrt aus dem Stadtgebiet verlief wieder wie in Lingen am linken Emsufer. Bald wurde an einem Ems-Altarm das landschaftlich reizvolle NSG „Borkener Paradies“ erreicht.

Ems-Altarm beim NSG Borkener Paradies

Nach einer Brücke über die Fluss-Ems kommt man mal wieder zum Emskanal und sieht vielleicht zum ersten Mal einen Frachter auf dem Kanal. Kurz vor der Hünteler Schleuse sieht man den mit der Weltkarte bemalten Kühlturm des stillgelegten Gaskraftwerks Hüntel, das jetzt zum Freizeitgelände mit Gokart-Bahn etc. umgebaut wurde.

Größtes Gemälde der Welt: Kühlturm mit Weltkarte im ehemaligen Gaskraftwerk Hüntel

Nach der Querung der Schleuse Hüntel kommt man nochmal kurz an die Fluss-Ems und fährt dann auf Wirtschaftswegen auf Haren zu. Nach der Unterquerung der B490 kommt ziemlich bald der Yachthafen von Haren.

Der „Emslanddom“ von Haren im Abendlicht

Ein prägnantes Bauwerk von Haren ist die St. Martinus-Kirche, der sog. „Emslanddom“. Die Etappe hatte eine Länge von 59 km:
https://www.gpsies.com/map.do?fileId=ftkjonjymzdujdbx

7. Etappe: Haren – Papenburg

Der Museumshafen von Haren

Am nächsten Morgen kündigte sich endlich mal eine Wetterbesserung an. Es war zwar noch recht kühl und auch windig, aber öfters schien sogar die Sonne vom blauen Himmel. Wir machten deshalb einen Schlenker zum Museumshafen von Haren und anschließend zur Ferienanlage Schloss Dankern westlich von Haren.

Wasserskianlage im Ferienpark Schloss Dankern

Über 700 Ferienwohnungen stehen hier zur Auswahl. Auch Tagesausflügler finden hier alle mögliche Freizeitaktivitäten vor. Unsere Freizeitaktivtät war durch die Tagesetappe nach Papenburg bereits verplant. Deshalb ging es nach kurzer Verweildauer weiter – vorbei an der alten Mühle mit dem Mühlenmuseum am nördlichen Ortsrand von Haren.

Das Mühlenmuseum am Ortsrand von Haren

Der Weg verlief nun einige Kilometer auf einem Radweg entlang der Landstraße L48. An einer Emsschleife ging es dann aber vorbei an einem Ponyhof zur Kanal-Schleuse Hilter. Dann rechtsseitig der Kanal-Ems auf dem Leinpfad und jetzt gut ausgebauten und asphaltierten Radweg bis nach Lathen, wo zur Mittagszeit in einem Bäckerei-Cafe eine Pause gemacht wurde. Nördlich von Lathen verlief der Weg rechtsseitig entlang des Ems-Kanals bis kurz hinter der Schleuse Düthe. Kurz vor Steinbild finden Ems und Kanal wieder zusammen.

Ems bei Steinbild

Bei Steinbild wird die Ems überquert. Kurz danach geht es linksseitig auf einem gut ausgebautem Radweg weiter. Auf der Höhe von Dörpen zweigt östlich der Küstenkanal ab. Bei Lehe kann man als Radfahrer die Ems einmal wieder mit einer Fähre überqueren. Der Fluss ist kanalartig schiffbar, Altarme sind nur noch als Teiche oder Tümpel zu erkennen.

Pausenstelle und Radfähre bei Lehe

Bald hat man die Schleuse Herbrum erreicht, wo Ems und Ems-Kanal überquert werden. Wenn man jetzt Aschendorf und Papenburg ansteuern will, verlässt man nun vorerst das Emsufer. Über Aschendorf, wo man noch einen kurzen Abstecher zum Gut Altenkamp machen kann, erreicht man auf einer kleinen Nebenstraße den Stadtkern von Papenburg.

Museumsschiff „Friederike von Papenburg“ – Wahrzeichen der Stadt Papenburg

Unser Hotel Aquamarin lag nicht weit vom Zentrum entfernt in der Straße Fellings Goarden. Die heutige Tagesetappe betrug 57 km:
https://www.gpsies.com/map.do?fileId=geehckqvuhdollmi

8. Etappe: Papenburg – Leer

Am nächsten Morgen fuhren wir zur Tourist-Information im Arkadenhaus im Ortszentrum, um die reservierten Tickets für die Meyer-Werft-Besichtigung abzuholen. Ein doppelstöckiger Reisebus holte alle Besucher um 10.30 Uhr ab und fuhr uns zum Werksgelände. Hier fand nach der Begrüßung eine Aufteilung in zwei Gruppen statt. Dann erfolgte der informative Rundgang durch die Besucherräume mit den Ausstellungsstücken.

Das große Trockendock der Meyer-Werft

Der Blick auf die eigentliche Werft war von einer verglasten Aussichtsplattform möglich. Auch kurze Filmsequenzen wurden während der zweistündigen Werksbesichtigung gezeigt. Nachdem der Bus uns wieder zurückgebracht hatte, schauten wir uns noch kurz den Ort an, da die Etappe nach Leer nicht sehr weit war. Gegen 14 Uhr ging es dann vom Hotel aus los.

Die „Spirit Of Discovery“ beim Auslaufen aus dem kleinen Dock

Da der Radweg an der Seeschleuse im Norden von Papenburg vorbeiführt, hatte man nochmal einen Blick auf die Meyer-Werft und konnte der „Spirit Of Discovery“ beim Ausdocken aus dem kleinen Trockendock zuschauen, was auch ein ganze Menge Leute an diesem Sonntagnachmittag machten. Nach der Weiterfahrt hinter dem hohen Emsdeich hatte man nun das Emsland hinter sich gelassen. Das südliche Ostfriesland war erreicht.

In Ostfriesland angekommen: Warftdorf Mitling mit Mühle

Ein erstes typisches ostfriesisches Warftdorf mit Windmühle direkt hinter dem Emsdeich ist Milting. Bald war die durch eine Schiffskollision beschädigte Friesenbrücke bei Weener erreicht. Die Eisenbahnbrücke mit Fußweg ist immer noch – auch für Radfahrer und Fußgänger – gesperrt.

Immer noch defekt: Friesenbrücke bei Weener

Weiter geht es entlang des Emsdeiches, bis man bei Klostermuhde an die Ledamündung kommt. Jetzt noch ein Stück entlang der Leda, die schließlich auf einem schmalen Fußweg neben der Bahnlinie überquert wird.

Hier kommt die Weidemilch her: Ostfriesische Cowboys bei der Arbeit

Dann ist man im Industrie- und Hafengebiet von Leer angekommen. Der Weg zum Hotel in der Bremer Straße nordöstlich der Kernstadt wurde schnell gefunden.

Abendstimmung am Hafen von Leer

Die kurze Etappe von Papenburg nach Leer hatte nur 27 km:
https://www.gpsies.com/map.do?fileId=sqdvaokizubwqlij

9. Etappe: Leer – Ditzum

Da auch die vorletzte Etappe nach Ditzum nicht sehr lang war, hatten wir am nächsten Morgen genügend Zeit, die Stadt Leer bei bestem Fotolicht zu erkunden. Zuerst ging es nochmal vorbei am Wasserturm mit der Leuchtreklame aus der Stadt hinaus zum Schloss Evenburg.

Schloß Evenburg im neugotischen Stil

Das Wasserschloss wurde um 1860 vom Architekten Rudolf Stüve aus Hannover im neugotischen Stil renoviert und erinnert an die Marienburg bei Nordstemmen. Umgeben ist das Schloss von einem englischen Landschaftspark im Stil der damaligen Zeit. Vorher war es ein Barockgarten. Auf der Evenburgallee gelangt man abseits vom Verkehr zurück ins Stadtzentrum in der Nähe des Bahnhofs. Anschließend ging es durch die Fußgängerzone zur historischen Altstadt.

Teemanufaktur Bünting in der Leeraner Altstadt

Hier fällt zuerst die bunte Teemanufaktur Bünting auf, daneben das Teemuseum. Durch schmale Gassen mit hübschen Häusern und Geschäften gelangt man zum Rathaus, das aber gerade Baustelle ist. Gegenüber die historische Waage am Hafenbecken.

Leeraner Hafen mit der Alten Waage

Nach weiteren Ausblicken auf den Hafen und der Sichtung der Leeraner Meerjungfrau verließen wir die Altstadt Richtung Leerort, um die Ems auf der Emsstraße (B436) Richtung Rheiderland zu überqueren. Nach der Überquerung fällt einem gleich vor der Bingumer Siedlung an der Noortmer Fähre das „Fahrraddenkmal“ auf.

„Radkunst“ an der ehemaligen Noortmer Fähre

Bis zur kleinen Siedlung Soltburg verläuft der Radweg entlang der L15, wobei kurz vorher der auslaufende Emstunnel der A31 bei der Ausfahrt Jemgum gekreuzt wird. Dann verlässt man die Landstraße und fährt als Radfahrer entlang des Deiches. Etliche Weidesperren müssen passiert werden.

Deichweg im Rheiderland bei Jemgum

In Jemgum kann man eine Ortsrundfahrt machen. Auch hier naturlich die obligatorische historische Windmühle. Als Pausenstelle bietet sich der Jachthafen an. Nach weiteren 10 Kilometern entlang des Deiches erreichen wir am frühen Nachmittag unser Tagesziel Ditzum, wo im Krabbenhafen gerade der neue Ostfriesenkrimi gedreht wird.

Am Ditzumer Hafen angekommen – rechts die Film-Crew bei der Arbeit

Nach dem Einchecken im recht neuen „Hotel am Fischereihafen“ bleibt am Nachmittag noch genug Zeit für eine ausgiebige Pause mit Ostfriesentee und Kuchen in einem gemütlichen Cafe am Hafen und eine kleine Runde auf der Internationalen Dollard-Route.

Auf der Int. Dollard Route im Rheiderland

Da etwas ostfriesisches Flair auf der Rad-Reise eingeplant war, ist auch diese Etappe mit 30 Kilometern recht kurz. Man kann natürlich auch gleich weiter mit der Fähre über die Ems fahren und ist dann nach 15 km am Emdener Hauptbahnhof:
https://www.gpsies.com/map.do?fileId=ildjvmipjevjephg

10. Etappe: Ditzum – Emden

Ditzum war der letzte Übernachtungsort unserer Emsradtour. Also mussten am nächsten Morgen nach dem Frühstück die Sachen ein letztes Mal in die Satteltaschen gepackt werden.

Ditzumer Ortsansicht am Sieltor

Bei bestem Wetter konnten noch ein paar schöne Bilder vom Ort gemacht werden, bevor es um 10 Uhr auf die Fähre hinüber nach Pektum ging. Der Fahrplan kann im Internet abgerufen werden.

Auf der Fähre von Ditzum nach Pektum

Da die Rückfahrt mit der Bahn vom Emdener Hauptbahnhof erst für 17 Uht geplant war, konnten wir in aller Ruhe noch einen Abstecher zum Infozentrum des Emssperrwerkes bei Gandersum machen. Einerseits dient es zum Hochwasserschutz bei Sturmfluten. Andererseits wird es genutzt, um bei Überführungen der großen Kreuzfahrtschiffe von der Papenburger Meyer-Werft den Wasserspiegel der Ems auf die erforderliche Höhe anzustauen.

Am Emssperrwerk bei Gandersum

Über Pektum geht der Weg weiter nach Emden, hauptsächlich am Deich entlang. Schließlich ist man im Emdener Außenhafen angekommen, wo sich am äußersten Zipfel der Endpunkt unseres Radweges befindet. Hier findet man nochmal eine Infotafel über den Radweg mit den Entfernungsangaben. Am Boden einen Pflasterung mit dem Symbol des Radweges.

Vorbei am Borkumanleger und am Binnenhafen erreichen wir am Delft die Innenstadt von Emden genau zur Mittagszeit. Somit ist nach einer Pause am Fischimbiss am Nachmittag genug Zeit für einen Stadtbummel und einen Besuch vom Ottohus, bevor gegen 16.30 Uhr der Hauptbahnhof angesteuert wird.

Am Delft in der Emdener Innenstadt

Der Vollständigkeit halber hier die letzte und zum Ausklang mit 20 km kürzeste „Etappe“:
https://www.gpsies.com/map.do?fileId=gingzsvzvqzwjucc

Fazit:
Damit geht eine für Anfang Mai recht kühle Radtour zu Ende. Eine alles in allem interessante Tour mit abwechslungsreichen Landschaften. Die Wege waren durchweg gut zu fahren und meistens abseits von stark befahrenen Straßen. Die Ausschilderung war sowohl in NRW als auch in Niedersachsen sehr gut. Es hat sich auch auf jeden Fall gelohnt, die Etappenlängen kürzer zu wählen, um mehr Zeit für die touristischen Sehenswürdigkeiten auf der Radtour einzuplanen.

2 Gedanken zu „Der Emsradweg“

  1. Hallo Rolf,
    es macht immer wieder viel Freude, Deine/Eure Touren nachzuvollziehen. Die ausführlichen Beschreibungen und die Bilder dazu sind einfach Klasse. Hier wurde viel Arbeit und Herzblut eines Tourenfahrers investiert. Weiter so !

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