Der Emsradweg

Vorbemerkungen

Tafel an den Emsquellen zum Flusslauf der Ems

Der Emsradweg ist ein „leichter“ Radweg. Hat er doch mehr oder weniger keine besonderen Steigungen. Mit knapp 400 km ist er sicherlich in einer Woche gut zu schaffen. Wenn man allerdings wie wir noch die Stadt Münster mit einplant, sich in Papenburg die Meyer-Werft anschauen will und auch noch etwas mehr von der ostfriesischen Nordseeküste mitnehmen möchte, sollte man doch schon 10 Tage einplanen. So sind es bei uns schon insgesamt 500 km Strecke geworden.

1. Etappe: Paderborn – Rietberg

Wenn man in den Emsradweg einsteigen will, eignet sich als Startpunkt ganz gut Paderborn wegen des relativ guten Bahnanschlusses. Außerdem bietet der Altstadtkern mit dem Domplatz einiges an Sehenswürdigkeiten.

Domplatz in Paderborn

Über die Pader-Auen geht es auf gut ausgebauten Wegen nach Schloß Neuhaus, wo man zur nächsten Sehenswürdigkeit kommt. In dem Schloss ist jetzt ein Gymnasium. Der Schlossgarten wurde neu gestaltet.

Schloss Neuhaus bei Paderboirn

Man hat jetzt verschiedene Möglichkeiten, nach Hövelhoft, dem größeren Ort in der Nähe der Emsquellen zu gelangen. Ein möglicher Weg fernab von den Verhehrsstraßen führt vorbei am Campingplatz Lippesee bis Sande. Von dort rechts ab über Wirtschaftswege bis Hövelhof und vom Zentrum auf der Sennestraße Richtung Autobahn. Direkt hinter der Autobahn links ab ist der Weg zu den Emsquellen ausgeschildert, und nach knapp 3 km erreicht man mitten im Sennewald das Informationszentrum Emsquellen.

Am Startpunkt des Emsradweges am Infozentrum Emsquellen

In dem Gebäude wird der Radwanderer schon auf die Landschaften und Besonderheiten vorbereitet, die ihn in den nächsten Tagen erwarten.

Im Informationszentrum an den Emsquellen

Man muss dann noch 800 Meter bis zu dem eigentlichen Quellgebiet vorbei an der Koppel der Sennepferde weiterfahren, das eigentlich direkt an der Panzerringstraße des ehemaligen britischen Truppenübungplatzes Senne liegt. Auf Holztreppen und Stiegen kann man trockenen Fußes bis an die Quellrinnsale der Ems gelangen, wo sich Anfang Mai die Natur im frischen Grün zeigt.

Auf ausgebauten Stegen trockenen Fußes im Emsquellgebiet
Die Ems – hier noch ein Rinnsal

Die Strecke zurück nach Hövelhof kann man abkürzen, indem man auf der
Straße mit der Beschilderung „Steinweg“ über die Autobahn fährt. Man kommt dann über die Bielefelder Straße in das nördliche Industriegebiet von Hövelhof und dort wieder auf den ausgeschilderten Emsradweg.

Die junge Ems im sandigen Flussbett

Der führt nun auf Wirtschaftswegen rechts- und linksseits der jungen Ems, die sich hier noch durch sandige Böden schlingelt, zum NSG Steinhorster Becken.

Am Steinhorster Becken

Schließlich erreicht man auf ähnlichen Wegen das Tagesziel Rietberg. Hier wird man, wenn man der Beschilderung folgt, auf direktem Wege gleich an den Teichen vorbei zum ehemaligen Gartenschaugelände geleitet, bevor man in die historische Innenstadt mit vielen schönen restaurierten Fachwerkhäusern kommt.

Rietberger Rathaus im Abendlicht
Historische Fachwerkhäuser in Rietberg

Damit hat man – vom Zentrum Paderborn aus gerechnet – für die erste Tagesetappe 57 Kilometer absolviert. Hier der Link zum aufgezeichneten Track der 1. Tagesetappe:

https://www.gpsies.com/map.do?fileId=naxttzmwcumnqejj

2. Etappe: Rietberg – Warendorf

Nach einer Rundtour durch den historischen Stadtkern im Morgenlicht und der Suche nach Fotomotiven geht es weiter in nordwestliche Richtung. Dabei kommt man am Ortsausgang am Bibeldorf Rietberg vorbei und fährt auf gut ausgebauten Wegen entlang der Ems.

Natur pur: NSG Emssee hinter Rietberg

Hinter dem Emssee kreuzt man mal wieder den Fluss, der jetzt schon etwas größer geworden ist, entlang eines Radweges neben der Kreisstraße. Dieser Wechsel wiederholt sich des öfteren. Ziemlich bald ist Wiedenbrück erreicht. Hier findet man einen kleinen Altstadtkern mit imposanter Kirche vor und kommt dann an der Ems zum Flora Westfalica Park, ebenfalls ein „Überbleibsel“ einer früheren Gartenschau.

Am Park Flora Westfalica in Wiedenbrück

Diese Parkanlage zieht sich hin bis nach Rheda, wobei man auch die vielbefahrene Autobahn A2 unterkreuzt, was man aber kaum mitbekommt. Die Schlossanlage von Rheda ist ebenfalls mit in den Landschaftspark einbezogen. Alles toll gepflegt gut mit dem Fahrrad zu erkunden.

Historische Wassermühle am Schloss Rheda

Man verlässt Rheda entlang der Ems in nördliche Richtung, wobei auch die Haupteisenbahnstrecke Hannover – Ruhrgebiet unterkreuzt wird. Nach einer erneuten Doppelquerung der Ems kommt man schließlich zur Klosteranlage Marienfeld, die heute ein renommiertes Tagungs-, Wellness- und Sporthotel ist, in dem auch Trainingslager bekannter Fußballmannschaften stattfinden.

Hotel Klosterpforte Marienfeld

Weiter geht es in die Mähdrescherstadt Harsewinkel. Die Landmaschinenfirma Claas ist hier regional ein großer Arbeitgeber. Hier vereinigt sich der Emsradweg mit dem Europa-Fernradweg R1 (bzw. Deutschlandroute D3) auf der Strecke nach Warendorf. Der Ort wird über das NSG „Westliche Emsauen Warendorf“ erreicht. Direkt nördlich des Ortszentrums gibt es einen aufgestauten Emssee. Warendorf ist bekanntlich das Zentrum der Reiterei in Westfalen.

Pferdestadt Warendorf

Die 2. Etappe ist somit beendet. Die Streckenlänge betrug diesmal 64 km. Hier wieder die Trackaufzeichnung:

https://www.gpsies.com/map.do?fileId=whxtyuahjxjfyjou

3. Etappe: Warendorf – Münster

Da die Etappe relativ kurz ist, kann man sich am nächsten Morgen noch etwas Zeit nehmen um sich den historischen Stadtkern anzuschauen und einen Blick in das NRW Landgestüt zu werfen. Der gut erhaltene Marktplatz und die Häuser drum herum sind schön anzuschauen.

Marktplatz in Warendorf

Die Fußgängerzone hat im Gegensatz zu vielen anderen Städten dieser Größe in der heutigen Zeit kaum leerstehende Geschäfte. Das Gelände des NRW Landgestüts an der Sassenberger Straße ist frei zugänglich, sogar ein Blick in die Pferdeställe und auf den Turnierplatz ist möglich.

NRW Landgestüt Warendorf

Über den Wohnmobilstellplatz am Lohwall geht es an der Ems weiter Richtung Teltge. Die Ems ist auf diesem Stück zu einem Kanal begradigt. Am Campingplatz an den Kottruper Seen verlässt man den Uferweg und es geht weiter auf Wirtschaftswegen bis Müssingen. Zwischen den Orten Müssingen und Einen mal wieder eine Querung auf die nördliche Emsseite. Kurz vor Teltge führt der Weg nach einer Brückenquerung der B64 wieder an die Emsaue heran. Hier sind einige Infotafeln zu den Hochwassern und zur Emsbegradigung im letzten Jahrhundert sowie Pfähle mit Hochwassermarkierungen zu finden.

Hochwassermarken in der Telgter Emsaue

An der Emsbrücke der Straße Emstor ist man am Rand des Altstadtkerns von Telgte angekommen. Die barocke Wallfahrtskapelle mit dem Bild der „Schmerzhaften Mutter“ ist Ziel der großen Wallfahrt von Osnabrück nach Telgte, die jeweils am zweiten Wochenende nach Peter und Paul (29. Juni) stattfindet. Der historische Marktplatz im Herzen der Altstadt lädt zu einer gemütlichen Pause ein.

Wallfahrtskapelle in Teltge

Hier verlassen wir den Emsradweg und fahren auf der Friedensroute weiter auf der Straße Münstertor Richtung Münster. Nach dem St. Rochus Krankenhaus kommen wir in der Feldmark wieder auf den R1/D3-Radweg und erreichen bald die Pleistermühle an der Werse, wo nebenan ein großes Gasthaus ist. Dort gibt es auch einen Kanuverleih.

Die Pleistermühle an der Werse kurz vor Münster

Über den Vorort St. Mauritz sind wir schnell in Münster angekommen, wo auf der Promenade reger Fahrradverkehr herrscht. Unser Hotel liegt ganz zentral in der Aegiistraße. Damit ist nach knapp 37 km auch die 3. Etappe zu Ende:

https://www.gpsies.com/map.do?fileId=yqiqmblwnulwekon

4. Etappe: Münster – Emsdetten

Sowohl am Abend der 3. Etappe als auch am nächsten Morgen blieb genug Zeit für einen ausführliche Stadterkundung in Münster. Da uns die Stadt aus früheren Besuchen bekannt ist, finden wir schnell die Sehens-würdigkeiten der Stadt für unsere Fotos.

Wir verlassen Münster auf der Promenade, fahren parallel zur Bahnstrecke in nordöstlicher Richtung und kommen an der Schleuse direkt an den Dortmund-Ems-Kanal, der uns bis kurz vor Gelmer begleitet. Hier fahren wir vorbei am NSG Rieselfelder in Richtung Gittrup, wo wir wieder auf den eigentlichen Emsradweg kommen.

Dorfplatz von Gimbte

Über das schöne Dorf Gimbte und die sandige Kiebitzheide kommen wir nach Greven. Diesen Ort haben wir uns nicht näher angeschaut. Hinter Greven kommt nochmal ein hügeliger und sandiger Geest-Abschnitt, die „Wentruper Berge“. Dann ist es nicht mehr weit zum Sachsenhof bei Pentrup. Hier wurde liebevoll die Besiedlung des Gebietes im frühen Mittelalter (6. – 8. Jh. n. Chr.) nachgebildet, weil hier in der Nähe eines Sandabbaugebietes in den 70-iger Jahren Spuren einer frühen Besiedlung gefunden wurden.

Sachsenhof bei Greven-Pentrup

Der Heimatverein Greven von 1983 hat nach Ende der Ausgrabungen das Dorf weiter entwickelt. Experimentelle archäologische Versuche wie z. B. zur Ton- und Eisenherstellung werden hier an Aktionstagen vorgestellt. Ebenso findet man auf dem Gelände Kulturpflanzen des frühen Mittelalters. Nach kurzer Weiterfahrt sind wird bereits in Emsdetten-Hembergen – unserem heutigen Tagesziel – gekommen. Da es noch reichlich früh am Nachmittag ist, können wir noch die Runde durch das NSG Emsaue zwischen Saerbeck und Emsdetten machen.

Hier findet man noch ein ursprüngliches Flussauengebiet vor. Die Wege sind teilweise ursprünglich, d. h. manchmal auch recht sandig. Direkt bei Emsdetten sind die Wege aber gut ausgebaut und mit vielen Erläuterungen und Hinweisen versehen. Der Rückweg nach Hembergen erfolgt direkt über den Radweg entlang der Landstraße. Gerade rechtzeitig vor dem großen Regen kommen wir nach 52 km im Hotel an:

https://www.gpsies.com/map.do?fileId=gdjdazdoiagndaho

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