Auf dem RBH von Hildesheim nach Potsdam

Vorbemerkungen

RBH-Logo Richtung Berlin
RBH-Logo Richtung Berlin

Der Radweg Berlin – Hameln (RBH) wurde von engagierten Radfreunden des ADFC-Hildesheim erkundet und dokumentiert. In erster Linie sind hier Uwe Jenss, der leider verstorben ist, und Karl-Heinz Arnold zu nennen. Letzterer hat seine vielfältigen Erkundungen zu diesem Radweg in dem Buch „Radweg Berlin-Hameln – Eine Landschaftserkundung und Kulturreise (Arete Verlag Hildesheim 2017)“ beschrieben. Ausführliche Informationen zum Radweg mit GPS-Tracks, Kartographie-Hinweisen, einem Übernachtungs-verzeichnis etc. findet man auf der Radtourenseite des ADFC-Hildesheim.

Eine gute Jahreszeit, die Schönheit des Radweges zu erkunden, ist der Mai mit seinen blühenden Rapsfeldern in den Bördelandschaften. Deshalb habe ich mich gemeinsam mit meiner Partnerin Carola am Samstag, 6. Mai 2017, auf die Strecke begeben und will an dieser Stelle einige Eindrücke  dieser Radreise in Wort und Bild wiedergeben. Alle Fotos – außer das obige Logo – sind von Carola und mir aufgenommen worden.

Etappe 1: Hildesheim – Schöppenstedt (80 km)

Da Hildesheim ja der Wohnort ist und die nähere Umgebung hinlänglich bekannt ist, erübrigte sich genauere Erkundung.

Wassermühle Nettlingen
An der Wassermühle Nettlingen
Zufahrt zum Salzgittersee
Zufahrt zum Salzgittersee

Ziemlich fix ging es auf den uns bekannten Wegen über Ottbergen und Nettlingen zum Salzgittersee und zum Schloss Salder, wo der kleine Park mit Teich hinter dem Schloss sich hervorragend für eine kleine Pause anbot.

Park hinter dem Schloss Salder
Der Park hinter dem Schloss Salder lädt zur Pause ein

Es zeigte sich wieder einmal, dass der Wind nicht immer von Westen kommt. Die sich drehenden Windräder zeigten an, dass Ostwind angesagt war, der die flotte Fahrt etwas abbremste. Etwas beschwerlich zu fahren ist der Wirtschaftsweg von Leinde zum Oderwald hinauf. Grober Schotter und die leichte Steigung werden bei vollem Gepäck zur mühseligen Fahrt.

Das uns bestens bekannte Wolfenbüttel wurde ganz ausgelassen und der direkte Radweg an der Straße vom Parkplatz am Oderwald (Straße zwischen WF-Halchter und der Autobahnauffahrt WF-Süd) nach Halchter hinunter gefahren. Dort kreuzt man die Bahnlinie z. Zt. auf einer für Fußgänger und Radfahrer errichteten Behelfsbrücke.  Direkt hinter der sich anschließenden Brücke über die Oker rechts ab kommt man wieder entlang des Okerufers auf den RBH Richtung WF-Okersiedlung/Elm-Asse. Hier kommt man am Ortsrand von Wolfenbüttel an einem Segelflugplatz vorbei.

Segelflugplatz bei Wolfenbüttel
Segelflugplatz an der Altenau bei Wolfenbüttel

Dann geht es durch die Dörfer zwischen Elm und Asse noch gut zwanzig Kilometer Richtung Schöppenstedt. Auf der Landstraße zwischen Groß Denkte und Mönchevahlberg müssen einige Höhenmeter am Rand der Asse überwunden werden, bevor auf Wirtschaftswegen und kleinen Landstraßen mitten durch die Schöppenstedter Mulde der Zielort Schöppenstedt, die Stadt der Streiche Till Eulenspiegels, erreicht wird.

Till Eulenspiegel-Skulptur
Till Eulenspiegel-Skulptur vor dem Schloss Schliestedt

Interessant in Schöppenstedt ist auch das stilvoll renovierte Fachwerkhaus hinter der Kirche Stankt Stephanus, die einen schiefen Turm hat.

Altes Fachwerkhaus in Schöppenstedt
Altes Fachwerkhaus in Schöppenstedt

Da die Übernachtungsmöglichkeiten wegen des Wochenendes im einzigen Gästehaus des Ortes, im Markt Eins, ausgeschöpft waren, mussten wir noch drei Kilometer weiter nach Eitzum zum Ferienhof Beutel, in der dortigen Gegend auch als Kaffeekannenmuseum  bekannt.

Kaffeekannenmuseum Eitzum bei Schöppenstedt

Etappe 2: Schöppenstedt – Seehausen (52 km)

Durch die lange Etappe des ersten Tages war am zweiten Tag etwas mehr Zeit für einen Besuch des neuen Museums bei Schöningen vorhanden.

Bei Eitzum am Elm
Bei Eitzum am Elm

Bei gutem Wetter ging es los von Eitzum am Rand des Elms durch die gelben Rapsfelder der Schöppenstedter Mulde. Zunächst kamen wir am Schloss Schliestedt vorbei, das ein Alten- und Pflegeheim beherbergt.

Schloss Schliestedt

Über dem Eingangsportal findet man die lateinische Inschrift PROCUL NEGOTIIS: „Beatus ille, qui procul negotiis ist der oft zitierte erste Vers aus dem 2. Gedicht der Epoden des lateinischen Dichters Quintus Horatius Flaccus ( ‚Horaz‘ , 65 – 8 v. Chr.). Er heißt so viel wie: Glücklich ist jener, der fern von den Geschäften ist.“ (vgl. Deutsche Wikipedia). Sehenswert im nächsten Ort Watzum ist die mächtige Kirche, die unübersehbar auf einem Hügel thront.

Lindenallee bei Ingeleben
Lindenallee bei Ingeleben

Auf einem Wirtschaftsweg mit einer Lindenbaumreihe und Blick auf den Heeseberg zur Rechten geht es weiter nach Ingeleben. Hinter Sölligen, wo ein großes Saatgutunternehmen für Rübensamen beheimatet ist, erreicht man das Tal der Schöninger Aue und zum ersten Mal das ehemalige Grenzgebiet BRD – DDR. Nachdem man die stillgelegte Bahnstrecke Schöppenstedt – Schöningen zweimal unterquert hat, geht es recht steil hinauf an den Elmrand nach Schöningen, wobei man das vorgelagerte Hoiersdorf durchkreuzt. Oben an der B 244 angekommen, hat man jetzt einen guten Blick auf den Schöninger Tagebau und auf das Museum Paläon. Man fährt dann auf dem Radweg der Bundesstraße direkt auf die Kirche St. Lorenz zu, die als Besonderheit einen von Gemeindemitgliedern gestalteten Bibelgarten hat. Den Pfeilen der Radlerschilder folgend lässt man sich in den Ortskern hinunterrollen. Hier kommt man am Schloss vorbei und schließlich zum Marktplatz mit dem Wasserträgerin-Brunnen. Gegenüber steht die alte Lateinschule mit Renaissancefassade, die heute das Heimatmuseum beherbergt.

Der Marktplatz Schöningen
Der Marktplatz Schöningen mit Wasserträgerin-Brunnen

Auf der alten Hötenslebener Straße verlassen wir Schöningen. Links des Weges sind schon die Absperrungen zum ehemaligen Braunkohle-Tagebau sichtbar. Wenn die Kleingärten zur Rechten aufhören, wird die alte Straße zum echten Radweg und dann sieht man es auch schon vor sich liegen: Das 2013 eröffnete Paläon – Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere.

Das Paläon bei Schöningen
Das Paläon bei Schöningen

Da wir an einem Sonntag unterwegs waren, war der Besucheransturm recht passabel. Das Bistro war gut besucht, und um 14 Uhr wurde die nächste Familienführung angeboten, die wir uns nicht entgehen lassen wollten. Nach einer interessanten Führung durch die Ur- und Frühgeschichte konnten sich die Teilnehmer auf der Wiese im Erlebnisdorf im Speerewerfen üben. Nach dem Museumsbesuch mussten bis nach Seehausen noch 25 km gefahren werden. Direkt hinter dem Paläon kommt man am Infopunkt Braunkohletagebau vorbei, der vom Tagebaubetreiber E.ON hier aufgestellt wurde.

Tagebau Schöningen mit dem ehemaligen Kraftwerk Buschhaus
Tagebau Schöningen mit dem ehemaligen Kraftwerk Buschhaus im Hintergrund

Dann folgt unmittelbar am Ortsrand von Hötensleben das Grenzdenkmal, das an die Grenzanlagen zu DDR-Zeiten erinnern soll. Von dort geht es auf einer Landstraße weiter nach Barneberg.

Am Grenzdenkmal bei Hötensleben
Am Grenzdenkmal bei Hötensleben

Der Ort wird auf einem Wirtschaftsweg verlassen, bevor man kurz vor Üplingen wieder auf eine Landstraße kommt. Hinter dem Gutshof Üplingen geht es hinauf auf den Bullenberg, wo aufgrund der exponierten und großflächigen Höhenlage mit etwas über 200 Höhenmeter ein riesiger Windpark entstanden ist. Das Surren der Windräder ist ein ständiger Begleiter. Ausblicke auf den Harz mit Brocken blieben uns wegen der diesigen Witterung leider verwährt; in westlicher Richtung war aber der am Vormittag passierte Heeseberg noch sichtbar. Vorsichtig ging es auf Schotter- und Plattenwegen hinunter zur Landstraße nach Eggenstedt, wo in der Ortsmitte die Allerquelle zu finden ist.

An der Allerquelle in Eggenstedt
An der Allerquelle in Eggenstedt

Der Platz hat aber sicher auch schon mal bessere Tage erlebt. Jetzt sind noch ca. 6 km Landstraße bis Seehausen zu fahren. Den letzten Kilometer lässt man sich zum Ort hinunterrollen. Man kommt direkt auf der Straße am See an. Als Übernachtungsmöglichkeit bot sich die Zimmervermietung Kiesel an. Im Ort gibt es als einziges Speiselokal in der ehemaligen Pension Hopfengarten das griechische Restaurant MATI.

Abendstimmung am See in Seehausen
Abendstimmung am See in Seehausen

Etappe 3: Seehausen – Gommern (62 km)

Die neue Woche begann am Montag mit sehr kühlen Temperaturen. Die Eisheiligen lassen grüßen! Zum Glück kam der frische Wind jetzt aus Nordwest, so dass er uns unterstützte, wenn es ostwärts ging. Auf Wirtschaftswegen hatte man deshalb schnell das ehemalige Kloster Meyendorf erreicht.

Kloster Meyendorf
Kloster Meyendorf

Die Klosteranlage ist jetzt eine Stätte für betreutes Wohnen; daneben der riesige landwirtschaftliche Betrieb des ehemaligen Klostergutes. Weiter geht es nach Klein Wanzleben, dem traditionsreichen Ort der Zuckerrübenverarbeitung in der Magdeburger Börde. Nachdem man den nicht gerade sehr ansehnlichen Ortskern durchquert hat, kommt man am südöstlichen Ortsrand zunächst am 2013 errichteten Infopunkt „175 Jahre Zuckerproduktion“ vorbei.

175 Jahre Zuckerproduktion Klein Wanzleben
175 Jahre Zuckerproduktion Klein Wanzleben

Dann führt der Radweg direkt an der riesigen Fabrikanlage vorbei, die eher an eine Chemiefabrik erinnert, weil hier seit 2007 auch Bio-Ethanol (Bio-Benzin) produziert wird. Flott geht es weiter auf gut geteerten Wirtschaftswegen vorbei an riesigen Rübenfeldern, auf denen die frischen Triebe gerade aus der Erde schauen, nach Wanzleben. Von dort aus erreicht man nach Querung der Umgehungsstraßen auf einer alten Straße den Ort Blumenberg, einem einstmaligen wichtigen Eisenbahnknotenpunkt. Im Ortszentrum findet man neben einem Löschteich einem Platz mit einigen Gedenksteinen. Dann geht es auf einer Nebenstrecke zur B246a. Diese wird nach kurzer Fahrt wieder verlassen, und auf einem Wirtschaftsweg geht es mit Rückenwind nach Langenweddingen. Bei der Ortsdurchfahrt kann man sich an den Hinweisschildern zum lokalen Sülze-Radweg orientieren. (Der RBH ist ja hier in Sachsen-Anhalt sowieso nicht ausgeschildert.) Die Landschaft ändert sich, da man die Magdeburger Börde so langsam hinter sich lässt. Es wird etwas hügeliger. Direkt vor Sülldorf kommt man am „Sülze-Salzsee“ vorbei und überquert die Sülze am Infopunkt.

Der Salzsee an der Sülze vor Sülldorf
Der Salzsee an der Sülze vor Sülldorf

Dann folgen nochmal etliche Kilometer Feld- und Plattenwege bis nach Welsleben. Auffallend in diesem Ort sind vielen Bördebögen, die aufwändig gestalteten Hofeinfahrten. Die Autobahn A71 und die Umgehungsstraße mit neuer Elbbrücke bei Schönebeck führten zu einer neuen Wegführung zum  Doppelort Bad Salzelmen/Schönebeck, die aber gut zu absolvieren ist.

Rapsfelder vor Bad Salzelmen
Rapsfelder vor Bad Salzelmen

Einfach den Weg beim NP-Markt am Ortsausgang von Welsleben folgen und die Autobahn und die Umgehungsstraße auf den Brücken kreuzen und dann auf dem Wirtschaftsweg – zunächst parallel an der Umgehungsstraße – nach Bad Salzelmen hinunterrollen. Man kommt dann direkt am Kurpark, Gradierwerk und Bahnhof Salzelmen an.

Das Gradierwerk Bad Salzelmen
Das Gradierwerk im Soleheilbad Bad Salzelmen

Der Hauptort Schönebeck bietet auch eine Menge Sehenswertes. Näheres findet man in dem Buch von Karl-Heinz Arnold detailliert beschrieben.

Rathaus mit Salzmuseum Bad Salzelmen
Rathaus mit Salzmuseum Bad Salzelmen

Aus Zeitgründen konnte von uns nicht alles angeschaut werden, zumal das Wetter mit einsetzendem Regen immer schlechter wurde. Der Wind auf der Elbbrücke blies heftig. Auf dem Radweg im Schutze des Wäldchens ging es weiter nach Elbenau. Hier in der Elbaue fährt man auf einer Alternativroute es Elberadweges weiter nach Plötzky und quert einen alten Elbarm.

St. Maria und Magdalena in Plötzky
St. Maria und Magdalena in Plötzky

Bei guten Wetter wäre der Fahrradverkehr hier sicherlich ausgeprägter als an diesem kalten und regnerischen Montag im Mai 2017. Deichbauarbeiten zum Hochwasserschutz erinnern an das Elbehochwasser von 2013.

Alter Elbarm bei Pretzien
Alter Elbarm bei Pretzien

Von Plötzky geht es auf einem Radweg entlang der Straße durch die Kiefern, der aber bei dem feuchten Wetter gut zu fahren ist, nach Pretzien. Hier machten wir uns auf die Suche nach dem Pretziener Wehr.

Am Pretziener Wehr
Am Pretziener Wehr

Zuerst landeten wir aber auf dem Campingplatz und der Bootsanlegestelle, wo aber noch keine Gäste zusehen waren. Neben dem Wehr steht auf einem Podest eine Infotafel dazu. Zurück über Pretzien führt der Weg nach Gommern zunächst an Campingplätzen und Datschen vorbei. Am Ende des Campingplatzes verengt sich der Weg von einer Fahrstraße zum echten Radweg. In Gommern kommen wir direkt am Gesteinsgarten und Kulksee mit der Wanderdüne an.

Der Kulksee mit Wanderdüne bei Gommern
Der Kulksee mit Wanderdüne bei Gommern

Nach eingehender Besichtigung ist es zu unserer Unterkunft Hotel Robinien-Hof nicht mehr weit, das sich quasi direkt am Ende des Gesteinsgartens anschließt.

Das Hotel Robinien-Hof

Das Hotel Robinien-Hof am Gesteinsgarten in Gommern

Etappe 4: Gommern – Gräben (66 km)

Am nächsten Morgen war es immer noch sehr kühl, aber von der Bewölkung her etwas heller.

Innenhof vom Wasserschloss in Gommern
Innenhof vom Wasserschloss in Gommern

Zunächst wurde ein Abstecher in das Wasserschloss Gommern unternommen, das ein 4-Sterne-Hotel und eine Brauerei-Gaststätte beherbergt. Sehenswert auch der gut sanierte Ortskern mit dem Rathaus mit Barockfassade.

Rathaus von Gommern
Rathaus von Gommern

Auf einem schön geschotterten Radweg – wahrscheinlich ein ehemaliger Bahndamm – ging es zwischen blühenden Rapsfeldern weiter nach Dannigkow.

Bahndamm-Radweg hinter Gommern
Bahndamm-Radweg zwischen Gommern und Dannigkow

Dort sind wir wohl etwas vom Weg abgekommen und sind auf der für den Autoverkehr gesperrten und abgefrästen Bundesstraße 184 nach Leitzkau gefahren. Die Straßenbauarbeiter störten sich nicht daran. Von Weitem sah man schon die mächtige Basilika und Doppelschlossanlage von Leitzkau.

Basilika in Leitzkau
Schlosshof mit Basilika in Leitzkau

Dach kurzem Stopp dort ging es weiter auf der Landstraße über Ladeburg nach Möckern. Wegen der gesperrten Bundesstraße war hier jetzt ziemlich viel Verkehr, besonders auch große LKWs, so dass man froh war, die Landstraße wieder verlassen zu können und den Wirtschaftsweg zu nehmen, auch wenn der vom Belag nicht optimal ist.

Graupelschauer auf Wirtschaftsweg vor Möckern
Im Graupelschauer auf dem Wirtschaftsweg vor Möckern

Man ist hier wieder voll in Natur. Eine Baum- und Buschreihe an der Westseite bot Schutz bei einem aufziehenden Graupelschauer.

Rathaus von Möckern mit Stadtgöttin auf Stele
Rathaus von Möckern mit Stadtgöttin auf Stele

In Möckern angekommen, fiel das Rathaus mit großer Freitreppe, Barock-Giebeln und der Skulptur „Stadtgöttin“ auf dem Rathausplatz auf. Im ehemaligen Schloss ist die Grundschule untergebracht. Zum Kaffeetrinken oder Asia-Imbiss musste man zum Einkaufszentrum fahren, das auf dem Weg zum nächsten Ort Hohenziatz lag. Die Landstraße war hier nicht so stark befahren. Es ist der erste längere bewaldete Abschnitt auf der Tour. Man kommt jetzt so langsam in den Fläming. Hohenziatz  hat im Ortszentrum eine romanische Feldsteinkirche. Am Ortsende nach Lübarz ist der Hinweis auf die „Alte Poststraße nach Berlin“.

Hinweisschild Alte Poststraße nach Berlin in Hohenziatz
Hinweisschild „Alte Poststraße nach Berlin“ in Hohenziatz

Vielleicht haben wir es nicht aufmerksam genug im Radführer von Karl-Heinz Arnold gelesen. Die feuchte und kühle Witterung trug sicherlich dazu bei, dass wir die ganze Strecke auf dem alten Alleen- und Waldweg bis nach Drewitz ganz gut fahren konnten. Die eigentliche Wegeführung des RBH nach Drewitz ist die Landstraße über Lübarz.

Auf der Allee der Alten Poststraße nach Drewitz
Auf der Allee der „Alten Poststraße nach Berlin“ zwischen Hohenziatz und Drewitz

Vollkommen abgeschieden, keine Verkehrsgeräusche, nur das Rascheln der Bäume im Wind und Vogelgezwitscher. Ab Drewitz rollten wir auf der Landstraße weiter nach Magdeburgerforth. Der Verkehr hier ist nicht gering, da man sich auf Zufahrtsstraßen zur Autobahn A2 befindet. Am Ortsende biegt man in den Dretzener Weg und fährt auf einem gut geschotterten Weg kilometerlang durch den Fläming. In Dretzen hat man Sachsen-Anhalt verlassen und befindet sich jetzt im brandenburgischen Landkreis Potsdam-Mittelmark. Von Dretzen führt eine schmale Teerstraße durch ein Kiefernwäldchen nach Buckau.

Fläming-Idylle zwischen Dretzen und Buckau
Fläming-Idylle zwischen Dretzen und Buckau

Wenn man sich nicht das Ortszentrum von Buckau anschauen will, kann man am Ortsrand gleich rechts den neuen Radweg auf der früheren Bahntrasse nach Rottstock nehmen, ein 2012 neu erschaffener Radweg von Ziesar nach Görzke für Fläming-Urlauber. Der Ortskern mit Kirche, alter Schule und RadPfarrhaus ist aber durchaus sehenswert.

Das "RadPfarrhaus" in Buckau
Das „RadPfarrhaus“ in Buckau

Leider war das RadPfarrhaus wohl nicht „in Betrieb“, als wir Anfang Mai 2017 dort waren. Die Übernachtungsmöglichkeiten in dieser Gegend sind wirklich nicht sehr vielfältig, wenn man nicht nach Ziesar ausweichen möchte. Das einzige Gasthaus in Rottstock, Gasthof Haug, hatte am Dienstag Ruhetag. Wir hatten zum Glück ein Quartier in Gräben in der Wassermühle gefunden. Dafür sind vom Radweg-Abzweig in Rottstock über Dahlen nochmal 8 Kilometer zu fahren. Leider sind wir in Rottstock zu früh am Radweg nach links abgebogen und über schwierige Reit- und Sandwege mitten im Wald bei der nicht mehr bewirtschafteten LPG Struvenberg gelandet, bevor wir wieder die Landstraße Görzke – Dahlen – Gräben erreicht hatten. In Gräben gibt es kein Gasthaus. Die Vermieterin der Wassermühle Gräben hatte aber für uns absprachegemäß zum Abendessen etwas eingekauft. In der großen Küche der ehemaligen Mühle konnten wir uns unser Abendessen dann selbst herrichten. Auch das wohl verdiente Bier fehlte nicht. Beim abendlichen Spaziergang durch den Ort kläfften nur die Hunde in den Höfen der noch bewohnten Häuser. Ansonsten waren wir allein unterwegs; eine etwas gespenstische Atmosphäre bei einsetzender Dämmerung und Mondschein zwischen einigen verfallenen und nicht mehr bewohnten Häusern des kleinen Dorfes in der Potsdamer Mittelmark. Eigentlich fehlte nur noch ein Wolfsrudel….

Etappe 5: Gräben – Potsdam (66 km)

Die Weiterfahrt am nächsten Morgen verzögerte sich durch eine Reifenpanne.

Radpanne in der Wassermühle Gräben
Radpanne in der Wassermühle Gräben

Aber nach einer halben Stunde war diese behoben, so dass es zur RBH-Wegführung 2 Kilometer bergan zurück nach Dahlen ging. Der kleine Ort etwas abseits der Straße hat ein altes Gutshaus im Schinkel-Stil, in dem jetzt ein Alten- und Pflegeheim untergebracht ist. Gegenüber findet man eine kleine gut renovierte Fachwerkkirche mit frei stehendem Glockenturm daneben.

Fachwerkkirche in Dahlen
Fachwerkkirche in Dahlen

Ein schöner Abschnitt des RBH folgt als nächstes. Auf einer kleinen Teerstraße, auf der höchstens mal mit Holz beladene LKWs vorbeikommen, fahren wir durch die sandigen Kiefernwälder des Fläming.

Verlorenwasser
Blick auf Verlorenwasser

Dabei wird der Bach Verlorenwasser gekreuzt und die kleinen Weiler und Forsthäuser Hohenspringe, Egeline sowie Verlorenwasser werden passiert. Kurz vor dem Örtchen Weitzgrund eine weitere Besonderheit: 1974 berechneten Wissenschafter und Studierende der TU Dresden, dass hier der Massenschwerpunkt der DDR sei. 1995 wurde der „Mittelpunkt der DDR“ vom Förderverein „Pro Belzig“ um einen Findling erweitert, die Schutzhütte instand gesetzt und eine Infotafel erstellt.

Am Mittelpunkt der ehemaligen DDR
Am Mittelpunkt der ehemaligen DDR

In Weitzgrund geht es an dem Reiterhof vorbei weiter nach Dippmannsdorf. Man fährt jetzt allerdings wieder auf einer Mischung aus Sand und Schotter. Nach Dippmannsdorf hinab wird es aber grausig: 500 Meter grobes Feldsteinpflaster machen die Fahrt zur Teststrecke für die Qualität von Tourenrädern. Zum Glück ist die Holperfahrt am Ortsrand vorbei! Jetzt ist man im Baruther Urstromtal angekommen, das über Ragösen und Golzow gekreuzt wird. Von Golzow fahren wir auf einer Allee mit Eichen, Eschen und Robinien durch den Wald der Zauche nach Michelsdorf. Auffallend: Die Bäume hier sind durchnummeriert. Das Dorf Oberjünne liegt etwas abseits, lud uns aber zu einer kleinen Mittagspause ein. Von Michelsdorf rollten wir auf einem neuen Radweg neben der Straße schnell hinunter nach Lehnin.

Zisterzienserkloster Lehnin
Zisterzienserkloster Lehnin

Das Zisterzienserkloster liegt ziemlich im Ortszentrum. Die dreischiffige

Pfahl mit Wander- und Radwanderschildern
Pfahl mit Wander- und Radwanderschildern an der Alten Potsdamer Straße in Lehnin

Klosterkirche kann besichtigt werden und gilt als eines der bedeutendsten Backsteinbauwerke der Mark Brandenburg. Am nordöstlichen Ortsende von Lehnin findet man die „Alte Potsdamer Straße“. Dort ist am Waldrand ein Pfahl mit vielen Hinweisschildern für Wanderer und Radfahrer. Eine letzte Walddurchquerung steht bevor, dann hat man das Umland von Potsdam erreicht. Der Weg hat am Anfang neben dem eigentlichen Fahrweg einen schmalen geschotterten Radweg, der mit zunehmender Strecke aber leider immer mehr zugewachsen ist. Kurz vor der Autobahnunterführung wird der Hauptweg wieder besser, danach noch ein kurzes Stück Kopfsteinpflaster und dann eine kurz ansteigende Sandpiste, auf der das Rad nur geschoben werden kann. Dann hat man auch bald den Ortsrand von Bliesendorf erreicht.

Die Alte Potsdamer Straße zwischen Lehnin und Bliesendorf
Die Alte Potsdamer Straße zwischen Lehnin und Bliesendorf

Die rege Neubautätigkeit in dieser Gemeinde zeigt an, dass man nun die ärmlichen Gebiete der Mark Brandenburg verlassen hat und geradewegs auf den Potsdamer Speckgürtel zusteuert. Bevor wir Petzow am Schwielowsee erreichen, lässt der Straßenbau der DDR grüßen: Straßen aus Betonplatten mit großen Löchern machen Krach und schütteln den Radfahrer nochmal kräfig durch. Vielleicht waren hier zur Zeit des kalten Krieges diverse Militärkolonnen unterwegs. An der Engstelle zwischen Glindowsee und Schwielowsee in Petzow kommt der RBH mit dem Radweg R1/D3 zusammen. Wir kommen zur Baumgartenbrücke, die den Schwielowsee vom Großen Zernsee trennt.

Blick von der Baumgartenbrücke
Blick von der Baumgartenbrücke auf den Großen Zernsee Richtung Werder

Nach der Überquerung geht es am Ufer des Schwielowsees weiter zur Landenge bei Caputh. Dort gab uns ein freundlicher ortskundiger Radfahrer Tipps, wie wir am besten unser Quartier, das Quartier Hostel am Park Sanssouci in Potsdam/Bornstedt, erreichen können. Da wir einerseits durch frühere Potsdam-Aufenthalte mit Stadt und Umfeld noch etwas vertraut waren und andererseits überall Hinweisschilder zu finden sind, war das kein Problem mehr. So kamen wir gegen 18 Uhr in der letzten Unterkunft unserer Reise an.

In Potsdam/Bornstedt am Park Sanssouci angekommen
In Potsdam/Bornstedt am Park Sanssouci angekommen

Abschlusstag in Potsdam / Resümee

Obwohl der Weg ja bis zum Brandenburger Tor in Berlin ausgewiesen ist, war für uns von vorn herein die Tour nur bis Potsdam geplant. Das hatte mehrere Gründe. Zum einen sind wir die Strecke von Berlin bis Potsdam durch den Grunewald und am Wannsee schon einmal gefahren, als wir vor ca. 10 Jahren zwei Wochen auf dem Spreeradweg von der Quelle bis Berlin unterwegs waren. Zum anderen: Potsdam war uns zwar schon von früheren Besuchen bekannt.

Am Brandenburger Tor in Potsdam
Am Brandenburger Tor in Potsdam

Aber für Radfahrer ist es geradezu ideal, die vielen Parks, Schlösser und anderen historischen Bauten dieser Stadt, dem ehemalige Zentrum Preußens, zu erkunden. Das Faltblatt „Panoramaradtour“ von der Tourist-Info Potsdam gibt Tipps dazu. Zumal das Wetter sich jetzt auch von seiner besseren Seite zeigte, haben wir mit einen Abschlusstag in Potsdam alles richtig gemacht.

Belvedere auf dem Pfingtsberg
Belvedere auf dem Pfingstberg

Die einzelnen Highlights sollen hier jetzt nicht aufgezählt werden. Einzig: Der Besuch des Belvedere auf dem Pfingstberg stand für uns erstmalig auf dem Programm und der Blick von der Aussichtsplattform war bei besten Sichtverhältnissen ein einmaliges Erlebnis.
Die Rückfahrt mit der Bahn am übernächsten Tag war kein Problem. Wir kauften uns am Fahrkartenautomaten im Hauptbahnhof Potsdam ein Quer-durchs-Land-Ticket für den Nahverkehr für 52 Euro sowie zusätzlich zwei Fahrradtickets, die aber eigentlich nur in Niedersachsen gebraucht werden. Die Abfahrt in Potsdam war gegen 11.30 Uhr. Umsteigebahnhöfe waren Magdeburg und Goslar. Kurz nach 15.30 Uhr kamen wir in Hildesheim Ostbahnhof an.

Insgesamt gesehen war die Radtour ein tolles Erlebnis. Der Reiz der Strecke liegt, wie Karl-Heinz Arnold in seinem Buch herausgearbeitet hat, in dem Durchfahren der verschiedenen Landschaftsformen zwischen dem Norddeutschen Tiefland und dem Übergang zur Mittelgebirgsschwelle. Außerdem findet man bei genauerer Betrachtung viele interessante kulturelle Eindrücke, die im Vergleich zu anderen Radwegen durchaus ebenbürtig sind und die man so gar nicht vermutet hat.

MTV-Skilanglaufwoche in Südtirol

MTV-Skigruppe Südtirol 2017
MTV-Skigruppe in Südtirol 2017 – hier in Ridnaun

Die Skilanglauffreunde des MTV 48 verbrachten im Februar wieder in Südtirol ihre Skiwoche. Ulla Rünker und Eva-Maria Buttlar hatten im Vorfeld alles bestens organisiert, so dass über 50 Skiläuferinnen und Skiläufer eine erholsame Urlaubswoche mit sportlichen Akzenten in den Südtiroler Loipen erleben konnten.

Zum 20. Mal wurde mit dem modernen Fernreisebus der Firma Scheithauer das Hotel Jonathan der Familie Überbacher in Natz bei Brixen angesteuert. Von dort aus ging es an den einzelnen Tagen in die schneesicheren Hochtäler, wie zum Beispiel das bekannte Biathlonzentrum Antholz. Gut gespurte Loipen und viel Sonnenschein ließen tagsüber keine Wünsche offen. Nach der Rückkehr ins Hotel genossen die Wintersportler gerne die Hotelsauna und das solarbeheizte Schwimmbad mit Außenbecken und Blick auf das Südtiroler Bergpanorama. Das Vier-Gänge-Menü im Hotel Jonathan rundete an jedem Abend den perfekten Urlaubstag ab. Beim Tiroler Abend wurde nach dem Essen bei zünftiger Musik kräftig das Tanzbein geschwungen

Ein weiterer fester Tagesordnungspunkt der Woche waren die Gästeehrungen. Für 20-malige Teilnahme an der Skifreizeit wurden Ingeborg Wedekin, Arnold Meyer und Dieter Wüstefeld von Marianne Überbacher-Unterkirchner, Mitglied des Gemeinderates Natz/Schabs, mit einer Urkunde der Stadt und Ferienregion Brixen geehrt. Bernd Krawietz erhielt die Auszeichnung für 10-malige Teilnahme.

Der Dank der Teilnehmerinnen und Teilnehmer geht an Eva-Maria Buttlar und Ulla Rünker, die als Organisationsteam die Urlaubswoche wieder gut geplant hatten und sicherlich eine Menge Zeit investiert haben.

Mit dem MTV beim Skridmannlauf 2017

Skridmannlauf_1
Vor dem Start an der Hochmoorbaude in Oderbrück

Nach einigen schneearmen Wintern fand dieses Jahr der 35. Skridmannlauf bei besten Bedingungen statt. Hierzu eingeladen und gut organisiert hatte – wie immer – der Hildesheimer Skiclub. Start und Ziel war die Hochmoorbaude, die vereinseigene Hütte in Oderbrück.

Skridmannlauf_3
Gudrun Krawietz und Carola Matschulat am Kontrollpunkt 1 am Goetheweg

Für uns Mitglieder der MTV-Skiabteilung ist die Teilnahme Tradition und mit 7 Langläufern stellten wir die größte Gruppe. Die Strecke führte 13 km durch die tiefverschneite Oberharzer Winterlandschaft.

Skridmannlauf_2
In der Rote-Bruch-Loipe im tief verschneiten Bodetal

Im Ziel gab es für alle Teilnehmer eine Urkunde und Anstecknadel. In der gemütlichen Gaststube der Hochmoorbaude konnten wir den Tag bei Erbsensuppe sowie Kaffee und Kuchen ausklingen lassen.

Dank an Petrus und den Skiclub Hildesheim für die gelungene Veranstaltung!

Toller Skiwinter im Januar 2017

Am Biathlonstadion in Sonnenberg
Am Biathlonstadion in Sonnenberg

Wer hätte das gedacht: Nachdem bis kurz nach Jahreswechsel nichts passiert ist bzgl. Schnee, ging es in der ersten Januarwoche so richtig los mit dem Schnee in den Mittelgebirgslagen – und so auch im Harz.

MTV-Skiabteilung
MTV-Skiabteilung auf erster Skitour unterwegs

Seit dem 6. Januar laden die mittleren und höheren Lagen unseres heimischen Mittelgebirges zum Skilanglauf und Abfahrtslauf ein. Bis Mitte Januar hat sich selbst in den mittleren Lagen um 600 m  rund um Clausthal-Zellerfeld eine 50 – 60 cm hohe Schneedecke gebildet, so dass auch hier Langlauf gut möglich ist und selbst an den Wochenenden keine Kämpfe um die Parkplätze und Staus auf den Straßen auf der B4 vorprogrammiert sind.

Auf der Rehberger Loipe
Auf der Rehberger Loipe

Und das alles bei besten Sonnenwinterwetter, während in den Tallagen und im Harzvorland oft eine dicke Nebelschicht den Blick auf die Sonne versperrt.

Blick auf Buntenbock
Blick auf Buntenbock

Auch der Thüringer Wald mit seinem Wintersportzentrum Oberhof, das in ca. 3 Stunden Autofahrt zu erreichen ist, bot bei einem spontanen Kurzurlaub in der 3. KW 2017 bestes Langlaufvergnügen.

Zentrum von Oberhof
Zentrum von Oberhof
Biathlonarena Oberhof
Biathlon-Arena Oberhof am Grenzadler
Schneekopf
Der Schneekopf (978 m) mit Neuer Gehlenberger Hütte im Thüringer Wald

Ja so kann es weitergehen. Allen Skisportfreunden noch einen schönen Skiwinter 2017!!

Auf Radtour von Hildesheim nach Goslar

Die Tour führt am Anfang von Hildesheim nach Derneburg auf den bekannten Wegen. Anschließend über Holle nach Sillium und von da über die Autobahn in den Hainberg zum Jägerhaus. Der Weg ist frisch geschottert, gut zu fahren und auch nicht zu steil.

Wanderwege am Hainberg
Hinweistafel Wanderwege im Hainberg am Jägerhaus (Fahrstrecke rot markiert)

Nach einem kurzen Stück auf der Straße von Volkersheim Richtung Sehlde geht es rechts wieder auf einem Schotterweg bergab nach Bodenstein. Am Waldrand vor Bodenstein könnte man die Räder abstellen und einen Abstecher zu Fuß zu den bekannten Klippen machen, wenn genug Zeit eingeplant ist.

Bodensteiner Klippen
An den Bodensteiner Klippen

In Bodenstein direkt über die Kreuzung fahren bis zur Straße nach Lutter. Hier ein Stück Richtung Lutter fahren und dann rechts auf einem geteerten Weg zu den Sandgruben am Waldrand fahren. Links an der Sandgrube vorbei in den Wald bis zu einer Kreuzung. Hier links abbiegen und auf dem Waldlehrpfad Richtung Nauen, teilweise recht steil bergan. Wenn man den Kamm erreicht hat, weiter Richtung Parkplatz Schreckenberg. Man kommt an einer Aussichtsplattform vorbei, die die Schlacht bei Lutter im 30-jährigen Krieg erklärt.

Aussichtspunkt zur Schlacht bei Lutter
Aussichtspunkt zur Schlacht bei Lutter am Waldlehrpfad oberhalb von Nauen
Schlacht bei Lutter
Hinweistafel zur Schlacht bei Lutter im 30-jährigen Krieg

Entweder dieser Platz oder der bald folgende Parkplatz am Schreckenberg laden zu einer Pause ein, da man jetzt auch in etwa nach gut zwei Stunden Fahrt die Hälfte der Strecke absolviert hat. Am Parkplatz treffen sich auch der Fernwanderweg Hildesheim-Harz sowie der Königsweg Brüggen – Pfalz Werla.

Rastplatz am Schreckenberg
Rastplatz am Schreckenberg am Nauener Berg
Hinweistafel Königsweg
Hinweistafel Königsweg Brüggen – Werla am Schreckenberg

Steil hinab führt die Straße in Serpentinen in die Ebene bei Lutter am Barenberge vor den Harzbergen. Dabei werden zunächst die Bahnlinie Seesen – Ringelheim und dann nacheinander die B 248 sowie die B 82 gekreuzt, bevor der R1 bzw. Harzrund-Radweg (Symbol: Hexe auf Rad) zwischen Hahausen und Langelsheim erreicht wird. Achtung: Hier muss vorher die Bahnlinie Seesen – Goslar überquert werden. (Kein offizieller Bahnübergang!!). Jetzt geht es auf der ehemaligen Straße Seesen – Goslar weiter Richtung Langelsheim.

Radwegschild R1/Harzrundweg
Radwegschild R1/Harzrundweg(Hexe) zw. Hahausen und Langelsheim
Abkürzung MTB-Pfad am R1
Abkürzung MTB-Pfad am R1 Richtung Langelsheim

Hinter dem R1-Schild geht es recht steil vom Waldrand in den Wald hinein. Man kann dieses Steilstück umfahren, indem man gleich links einen kleinen Mountainbike-Pfad fährt, was bei halbwegs trockenem Wetter auch mit einem Tourenrad möglich ist. Über Feldwege erreicht man dann den Normalweg wieder direkt vor der Brücke über die Umgehungsstraße B 82. Hinter der Brücke beginnt das Randgebiet von Langelsheim. Der R1 ist durch den Ort mit den grünen Pfeilen recht gut ausgeschildert, geht durchs Ortszentrum und am Langelsheimer Bahnhof vorbei, kreuzt wieder die B 82 und anschließend die Landstraße nach Wolfshagen. Oberhalb von Astfeld und über Herzog-Julius-Hütte, wo man den Granestaudamm gut sieht, geht es auf einem geschotterten Weg parallel zur Bahn nach Goslar. Das wäre die kurze und schnelle Alternative nach Goslar.
Will man nun die beiden Talsperren mitnehmen und sich noch etwas durch den Harzberge quälen und den Erlebniswert steigern, fährt man am besten in Langelsheim an der Innerstebrücke den ausgeschilderten Radweg Richtung Innerstetalsperre/Lautenthal.

Radwegekreuzung in Langelsheim
Radwegekreuzung in Langelsheim an der Innerstebrücke

Es handelt sich ab Ortsende Langelsheim um den alten Bahndamm nach Lautenthal, der zu einem geteerten Radweg umgebaut wurde. Der Einstieg hinter der Chemie-Industrieanlage ist nicht so ganz leicht zu finden. Aber dann geht es leicht ansteigend auf dem alten Bahndamm zur Innerstetalsperre.

Innerstetalsperre
An der Staumauer der Innerstetalsperre

Will man nun nach einer Rast an der Staumauer der Innerste-Talsperre auf direktem Wege an Wolfshagen vorbei zur Granetalsperre, muss man der Beschilderung des alten Harzrund-Radweges/R1 (altes Hexenschild) folgen. Der Weg wurde wohl als Radweg aufgegeben, ist aber auf manchen neueren Radkarten (z. B. Kompass 3048 – Ausgabe 2011) noch als offizieller R1-/Harzrund-Radweg eingezeichnet. Dieser Abschnitt ist bei etwas Durchhaltewillen und halbwegs trockener Witterung durchaus mit einem Tourenrad zu befahren. Er ist auf vielen Streckenabschnitten identisch mit dem Wanderweg “Harzer Försterstieg” und bietet viele Ausblicke auf die Hutewälder rund um Wolfshagen – auch viele Schautafeln säumen den Weg. Während Wanderer über die Fußgängerbrücke bei der Bushaltestelle den Einstieg in den Försterstieg nehmen, sollten Radfahrer etwas zurück in Richtung Langelsheim fahren und dann den Weg unter dem Bahndamm hindurch rechts in den Wald. Hier das Hexenschild suchen oder sich anhand von Karte/Navi orientieren.

Hinweistafel Försterstieg
Hinweistafel Försterstieg zwischen zwischen Innerstetalsperre und Schäderplatzbaude

Nach etwa 500 m geht es jedenfalls recht steil und ausgiebig bergan. Hat man die Anhöhe erreicht, ziemlich scharf links den Weg nehmen, der sozusagen an der ersten Hutewald-Freifläche vorbeiführt. Man kommt auf kurvigen und leicht abschüssigen Wegen zum Rastplatz Schäderhütte, kreuzt etwas versetzt die Straße Wolfshagen – Lautenthal und kommt dann zum Schäder-Panorama mit wunderbarem Ausblick auf Wolfshagen.

Schäderplatz bei Wolfshagen
Panorama am Schäderplatz bei Wolfshagen

Am Campingplatz von Wolfshagen verlässt man die Freiflächen. Es geht auf schmalem Weg ziemlich steil hinab zu einer Kreuzung. Hier den Radschildern (Hexe) und der Wegebezeichnung Varleystraße folgen. Nach einer weiteren Schutzhütte kommt man an die geteerte Uferstraße der Granetalsperre. Nach 3 km erreicht man den Parkplatz an der westlichen Seite der Staumauer.

Staumauer Granetalsperre
Blick auf die Staumauer der Granetalsperre
Infopunkt Granetalsperre
Infopunkt der Harzwasserwerke auf der Staumauer der Granetalsperre

Im Gebäude der Harzwasserwerke gibt es eine Ausstellung; auch auf dem Staudamm befindet sich ein Info-Punkt mit Hinweistafeln. Auf der geteerten Strecke am Ostende der Staumauer lässt man sich hinunterrollen Richtung Herzog-Julius-Hütte. Achtung: Wenn man die Bahnlinie erreicht hat, scharf rechts auf dem Schotterweg nach Goslar; hier laufen die Wege wieder zusammen. An der Straße “Am Nordberg” erreicht man Goslar.

Am Nordberg
R1-Radwegschild an der Straße „Am Nordberg“ am Ortsrand von Goslar

Der ausgeschilderte Radweg geht rechts weiter zur Jugendherberge und dann nach Oker und Bad Harzburg. Wir wollen nach 65 erlebnisreichen Kilometern zurück nach Hildesheim und darum zum Bahnhof. Deshalb links ab, zweimal unter der Bahn durch, am Friedhof vorbei der Radwegbeschilderung (grüne Pfeile) folgen, wo man dann über die Hildesheimer Straße ziemlich schnell den Bahnhof erreicht hat. Wer noch in die Innenstadt will, muss natürlich über den Bahnhof hinaus weiterfahren.

Skifoahr´n in Kössen – dös koannst vergess´n

Auf der Suche nach dem optimalen Skitag im Januar 2007 im “Schneewinkel Tirol”.

Sa, 06.01.2007 (Anreisetag): Die aus Prinzip nächtlich anreisende Vorhut der Gruppe (Motto: Tagesanreise = verschenkter Urlaubstag) konnte sich schon mit der Realität vertraut machen: Ein mehr oder weniger verregneter Alpinskitag im St. Johann war der Lohn für das etwas verfrühte Aufstehen am Samstag morgen (ca. 1.00 Uhr). Tagesskipass: 32,50 Euro
Schneehöhe in Kössen/Ort: 0-10 cm; Loipen geöffnet: keine; Essen im Dorfstadl: Ok; Raumluft: schlecht

So, 07.01.2007: Der Kaiserwinkl zeigt sich stark verhangen, leichter bis mäßiger Regen beim Frühstück. – Panorama-Kamera Bärenhütte/Unterberghorn: Grausiges Wetter – Abarbeiten des vorgenommenen Pflichtprogramms: Abholen der Loipengästekarte im Verkehrsbüro. Die Dame ist von der positiven Grundstimmung der Gruppe trotz der Wetterlage sehr angetan und spendiert zur Aufrechterhaltung derselben einen Schnaps.
Wechsel zum Nordic-Center: Die Wachsski sollen fachmännisch mit sog. Wachsbändern bestückt werden. Kössens LL-Ski-Lehrer-Legende Alfons kennt keine Gnade. Er hat gerade zwischen den Wasserpfützen im Nordic-Stadion mit gymnastischen Übungen für seine neuen Skikursteilnehmer begonnen.
Die Hildesheimer Gruppe beschließt, die Schnee-, Wetter- und Loipenlage in Reit im Winkl vor Ort zu inspizieren. Man fährt auf den Parkplatz des Ortsteils Blindau: Weiterhin Regen, ca. 5-10 cm alter Nassschnee, Reste von Loipen sind erkennbar. Man beschließt deshalb, die Ski in den Boxen zu belassen, den Regenschirm aufzuspannen und nach Reit im Winkl/Zentrum zu wandern. Auf der Wanderung werden tatsächlich Langläufer gesichtet. Das gibt dem einen oder anderen doch zu denken: “Sind wir etwa doch Weicheier?” – Oder: “Haben die sie noch alle?” In Reit im Winkl wird angesteuert: Sport Dorner (macht aber gerade zu) – Skihütte (hat geschlossen) – Eisdiele (hat zum Glück offen) – Kirche (hat offen) – Skimuseum (hat zu) – Friedhof (hat offen) – Dorflift (hat offen) – Dann zurück zum Parkplatz, ca. 15.00 Uhr. Damit ist der erste skifreie Tag rum und die Gruppe fährt zurück in die Pension.

Mo, 08.01.2007: Hoffnung keimt auf: Der Blick nach draußen zeigt zwar grauen Einheits-Nebel. Jedoch die Fernseh-Panorama-Bilder bieten schönsten blauen Himmel über den im grauen Nebel liegenden Tälern. Fazit: Man muss also nur höher hinaus, um dem Einheitsgrau zu entgehen. Die Gruppe teilt sich ohne große Diskussion auf in die Abfahrts- und Langlaufsektion. Die Langläufer fahren auf die Winklmoosalm, die Abfahrer suchen und testen das “best versteckte Skigebiet” (Werbeslogan) Fieberbrunn im Pillerseetal. Sie finden es tatsächlich und werden nicht enttäuscht. Die Pistenverhältnisse und Abfahrtsmöglichkeiten sind zwar nicht optimal, aber noch hinnehmbar.

Skigebiet Fieberbrunn
Mit Gudrun und Bernd im Skigebiet Fieberbrunn

Für den Rest entschädigt sie ein sonniger Tag mit phantastischen Ausblicken auf die umliegende Bergwelt.
Die Langläufer finden auf der ihnen bekannten Winklmoosalm zunächst eine hart gefrorene Spur vor, die einiges Geschick bei den Abfahrten erfordert. Die frisch aufgezogenen Wachsbänder werden arg beansprucht und sind an den Innenkanten schnell abgefahren. Mit zunehmender Sonneneinstrahlung und Temperaturerhöhung ändern sich die Verhältnisse zum besseren. Sie treffen in der Nähe der Morlackalm ein weiteres Hildesheimer Duo, das in Ruhpolding verweilt.
Die Abfahrer-Sektion hatte auf der Rückfahrt von Fieberbrunn noch einen weiteren Auftrag zu erledigen. Erkundung der Loipenlage im Pillerseetal und in Hochfilzen, dem österreichischen Biathlonzentrum, wo ja noch einiges gehen sollte. Und richtig: Die Schneelage in Hochfilzen sah ordentlich aus, die ansässige LL-Schule bestätigte, dass Langlauf möglich ist. Außerdem: Auf der Fahrt durch das Pillerseetal werden  in den Orten St. Jakob und St. Ullrich aktive Langläufer auf vorhandenen Loipen gesichtet.
Das waren ja gute Aussichten für die nächsten Tage! – Und abends noch Knödeltag im “Rainer-Wirt”! Es war also fast alles so wie immer, bis auf den fehlenden Schnee in Kössen.

Di, 09.01.2007: Die Geräusche der Dachrinne und der Blick nach draußen beim Aufstehen lassen nichts Gutes erahnen. Es regnet in Strömen. Auch nach dem Frühstück noch. Man beschließt trotzdem, zum Pillerseetal aufzubrechen. Für den Fall, dass wirklich keine Besserung in Sicht ist, wird Plan B (=Baden/Sauna) gleich mit vorbereitet. Im St. Jakob regnet es genau so wie in Kössen; deshalb wird Plan B umgesetzt. Der “Saunabeauftragte” inspiziert das Auebad in Fieberbrunn. Die Sauna macht heute auch schon um 12 Uhr auf. Bis dahin wird im Bad geschwommen, geplanscht, gerutscht und die Unterwassermassage genutzt. Dann kommen für den größeren Teil der verhinderten Skiläufer die ersten Saunagänge. Der Rest der Gruppe (nur Baden) verlässt bald das Bad. Als allerdings der Saunabetrieb so gegen 14.30 Uhr in Fahrt kommt und die einheimischen Aufguss-Fetischisten das Ruder in der finnischen Sauna übernehmen, wird es eng und der Spaß ist vorbei. Man hat ja auch schon genug gebruzzelt und macht sich so langsam gegen 15.30 Uhr auf den Heimweg nach Kössen. Es regnet immer noch, also richtige Entscheidung. Kössen ist bei der Ankunft schneefrei.

Mi, 10.01.2007: Ähnliche Wetterlage wie am Montag: In den Tallagen Nebel, auf den Bergen Sonne. Also Aufbruch nach Hochfilzen zum Langlauf in der Hoffnung, dass sich die Sonne dort noch durchsetzt. Bei Ankunft ist der Ort (ca. 1000 m Seehöhe) allerdings noch voll im Nebel, während es 5 km vorher in Fieberbrunn (800 m) schon sonnig war. Das sollte sich leider den ganzen Tag über nicht ändern. Die Sonne hat es nicht geschafft. Schneehöhe bis max. 20 cm, sehr feucht – Luft-Temperatur ca. +5 ° C.
Der Tageskartenverkäufer (2,50 Euro Loipengebühr) bestätigt, dass noch 2 Loipen zu befahren sind, die Dorfloipe (2 km) und die Warmingloipe (5 km). Also war klar, was zu tun war: 3x Warming-, 2x Dorfloipe und 25 Punkte waren eingesackt. Gesagt, getan. Es wird auch noch die Verbindung ins Pillerseetal versucht, was aber wegen des zunehmenden Schneemangels nicht realisiert werden kann. Die Dorfloipe weist am Nachmittag an einigen Stellen 10 – 20 cm tiefe Wasserläufe auf, die geschickt passiert werden müssen. Außerdem leistet sich die Gruppe zur Mittagszeit einen Einkehrschwung im Gasthaus Warminger Hof.

Do, 11.01.2007: Wieder die gleiche Wetterlage: Sehr dichter Nebel im Tal, Sonne am Berg. Ein Alpinfahrer macht sich auf nach St. Johann. Die anderen schwanken zwischen Pillerseetal und Hemmersuppenalm. Da man zur Alm aber mit dem Bus hochgefahren wird und man deshalb nicht seine ganze Skikollektion (Schuppenski, Wachski mit Band, Wachsski mit Klister) mitnehmen kann, entscheidet man sich für das Pillerseetal und hat Glück. Auch hier scheint die Sonne den ganzen Tag und – zur besonderen Freude einer Skifreundin – kommen die vorbereiteten Klisterski in der eisigen Spur bestens zum Einsatz.
Der Alpinfahrer steigt schon bei der 1. Gondelfahrt ab ca. 900 Höhenmeter aus der dichten St. Johanner Nebelsuppe in die sonnige Berglandschaft auf. Das mächtige Berg-Panorama des Wilden Kaisers macht den diesjährigen Schneemangel besonders deutlich. Skifahrerisch kommt er aber überhaupt nicht auf seine Kosten. Die ganze Penzing-Seite ist gesperrt, es geht eigentlich nur die lange Talabfahrt, auf der genug Kunstschnee liegt. Die nicht künstlich beschneite Jodl-Alm-Abfahrt lädt nicht zum jodeln ein, sondern ist eine Zumutung, für manchen Holländer ein Halbtages-Job: Überall braune Stellen, dazwischen eine ca. 10 cm dicke Eisschicht.

St. Johann
Abstürzende Holländer in St. Johann

Also: 32,50 Euro nicht optimal angelegt. – Aber wenigstens Sonne und Sicht den ganzen Tag, in Norddeutschland bläst ja schon das Sturmtief „Franz“.

Fr, 12.01.2007 (Abreisetag): Sturmtief Franz ist nachts gegen 2 Uhr in Kössen angekommen. Es bläst und schüttet kräftig. Der Entschluss reift heran: Der Skiurlaub wird einen Tag vorzeitig beendet, auch wenn es den positiv denkenden Mitgliedern in der Gruppe schwer fällt, der Realität ins Auge zu blicken.